Kostenlos mit der Tram fahren, damit die Stadt Geld spart

Bin grade über den Artikel „Melbourne: Warum funktioniert das Verkehrskonzept gerade hier?“ gestoßen der unter anderem erklärt das:

Ich wollte wissen, warum der Innenstadtverkehr mit der Straßenbahn kostenlos ist, und habe bei der Transportbehörde in Melbourne nachgefragt. „Weil die Stadt so Geld spart“, war die Antwort.

Es fahren Zehntausende Pkws weniger durch das Stadtzentrum, Straßen halten länger, Unfälle sind seltener, die positiven Auswirkungen auf die Luft sind immens. Dazu kommt, dass man keine Fahrkartenkontrolleure bezahlen muss, die Zahl der kostspieligen Strafverfahren gegen Schwarzfahrer ist gegen Null gegangen – und die Zahl der Touristen angestiegen.

finde ich überzeugend sollten wir hier und eigentlich überall auch so machen.

 

trail community

Was mich mit am meisten an dem Erzählungen von Christine Thürmer begeistert sind die Beschreibung der trail community auf den amerikanischen Langstreckenwanderungen. Sie fast das nochmal ganz gut in einem Facebook Posting als sie über die Unterschiede zwischen einer Wanderung in Europa und den U.S.A. zusammen:

Der größte Unterschied besteht wohl in der trail community. In den USA gibt es hiker-Treffen, trail angel, water caches etc. Vor allem, weil es dort nur so wenige Langstreckentrails gibt und daher alle dieselbe Strecke laufen – und das meist auch noch während eines kleinen Zeitfensters. Auf dem PCT oder AT ist man eigentlich nie allein. So gesehen ist man als Wanderer richtig „verwöhnt“ – und da es zumindest auf diesen beiden Trails immer richtige Wege und Markierungen gibt, kann einem eigentlich nur das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Man ist zwar zivilsationsferner unterwegs, aber aufgrund der trail community und der trail angel nicht wirklich auf sich allein gestellt.

In Europa ist es Natur nicht so gefährlich, weil es keine wilden Tiere gibt und man zivilisationsnäher unterwegs ist, aber man ist schon verdammt allein. Es gibt keine Community und keine vielbegangenen Langstreckenwege in der Größenordnung 1000 km plus – mal ausgenommen die Caminos. Noch nie zuvor habe ich mich auf einer Wanderung so alleine gefühlt wie dieses Jahr in Osteuropa, wo ich nicht einmal kommunizieren konnte. Auch um die Logistik muss man sich komplett alleine kümmern und alles selbst recherchieren – hier gibt es keine Apps wie für den AT oder PCT …

Insgesamt denke ich, dass es einfacher ist, den AT oder PCT zu wandern, weil man dort einfach „mitgezogen“ wird, während man in Europa viel mehr auf sich selbst gestellt ist. Meine Osteuropa-Tour war mental so mit das schwierigste, was ich je gelaufen bin, obwohl technisch relativ einfach. Allerdings sind die Trails in den USA aufgrund ihrer steigenden Beliebtheit schon ziemlich überlaufen, dass man dort quasi wie in einer „bubble“ fernab der normalen Wanderrealität läuft.

In der Zeit in der sie die Trails gelaufen ist war es noch nicht so bekannt das maß an Community das sie im Buch beschreibt klingt für mich auf jedenfall sehr ansprechend. Man wandert die meiste Zeit allein aber wenn man mal stehenbleibt kommt auch bald jemand vorbei. Das habe ich in Australien auch sehr beruhigend gefunden also wir im Western Australia im Hinterland  einen platten hatten. Vorher hatten wir stundenlang kein anderes Auto gesehen, aber nur weil alle die selbe Geschwindigkeit fahren. Jedenfalls finde ich es sehr schade das es in Europa keine Vergleichbare Community gibt. Es gibt auch in hier Fernwanderwege besonders die Europäischen E1-12 Fernwanderwege.

Von: Maximilian Dörrbecker (Chumwa) CC BY-SA 3.0

Aber leider hat sich seit 1969 keine wirkliche Community  gebildet. Wir haben keine festen Startzeiten an deinen jährlich viele Wanderer am Nordkap aufbrechen um dann über den E1 nach Sizilien zu gelangen. Ich frage mich woran das liegen mag. Sind wir Europaeier nicht verrückt genug um ein halbes Jahr zu wandern oder fehlt uns eine „American Long Distance Hiking Association“ die regelmäßige treffen organisiert und einem ggf. eine Urkunde überreicht wenn echt viel gelaufen ist.  Obwohl es die die Europäische Wandervereinigung gibt die auch eine Urkunde ausstellen. Liegt es daran das man in Europa (Als Europaeier) zwar glücklicherweise recht problemlos Ländergrenzen überwinden kann aber die Sprachbarire eben noch immer besteht.  Oder sind wir einfach zu unterschiedlich in den Mentalitäten der Länder das sich keine Kritische Masse organisieren kann? Vielleicht fehlt uns aber auch nur Hollywood bzw. Unterhaltungsfilme um das Thema bekannter zu machen.
Ich weiß es nicht, aber ein ganz beeindruckendes Projekt das etwas dagegen tut ist die Seite hiking-europe.eu die sich momentan noch auf den E1 beschränkt.
Es ist schon sehr viel Arbeit in die technische Unterstützung geflossen. Es gibt OSM basiertes Karten Material. Es gibt GPS-Tracks zum runterladen. Es gibt Empfehlungen für Campingplätze, Herbergen und Hotels. Es gibt Übersetzungen ins Englische. Das einzige was noch fehlt sind viel mehr aktive im Forum…