Ich habe versucht einen Sitzsack, in Ermangelung eines treffenden Verbs sage ich mal zu produzieren. Ich wollte ihn aus genau einem Material herstellen und zwar Wolle. Der Plan war einfach:
- Wollbahnen filzen und zwar im mogolien Style.
- Zu einem Sitzsack förmigen Ding verarbeiten.
- Das Ding mit sehr viel Wolle füllen
Nora hat zwei Pferde und ganz viel Wolle also hätte der Plan klappen können. Aber der Sitzsack war als Geschenk für sie Gedacht und das eine Pferd ca 92 Jahre (umgerechnet in Menschenjahre). Also musste ich improvisieren., aber hej ich hab ja schließlich zwei Geschwister. Die wollten zwar nicht als Pferde Ersatz arbeiten, haben aber viel mit geholfen. Letztendlich habe ich also folgendes gemacht:
- Viel Wolle gewaschen in der Waschmaschine bei 30 C° und mit ein wenig Waschmittel. Es hat ewig gedauert bis die Wolle wieder trocken war und in de ganzen Wohnung tagelang noch nassen Schaf “gerochen”.
- Ca. ein Drittel der Wolle mit Hilfe einer Kadiermaschine (zwei Nagelwalzen, eine davon mit Kurbel ) gekämmt.
- Die gekämmte Wolle verfilzt mit der abgespeckten mongolischen Rolltechnik.
- Die gekämmten Wollbahnen rauten mäßig (#) übereinander legen und mit einer Wasser Oliven seife lauge nass machen.
- In einer alten Strandmatte plus Handtuch aufgerollt.


- Und verschnürt
- Dann rollen und dann weiter rollen.
Insgesammt habe ich zwei quadratische Stücke geflitzt eins als Boden das andere als Oberseite und eins das ungefähr doppelt so lang wie breit war, als Seitenteil. Das ganze wollte ich in Trockenfilztechnik zusammen setzten. Dazu brauchte ich aber erst einmal eine Filznadel. Ich hätte wirklich nicht erwartet das die so schwer zu bekommen sind. Ich hab sie letztendlich bei Pfaff Nähmaschinenvertrieb Eilers bekommen. Aber dann festgestellt das sie auf dem Weihnachtsmarkt für weniger als die Hälfte des Preises den ich bezahlt habe angeboten wurden.
Mit der Filznadel habe ich das Seitenteil zusamen geflitzt so das es rund war und oben den Deckel draufgesetzt. Dann habe ich es mit der restlichen Wolle gefüllt und den Boden nur fest gesteckt. Das hat den Vorteil das man die Füllung erneuern kann und gegebenenfalls auch ersetzten, denn die Wolle ist schon sehr elastisch und man sitzt schon sehr nah am Boden. Es wirkt eher wie ein überdimensionalen Kissen. Wir haben also darüber nachgedacht sie mit Körnen zu ergänzen.
Nora hat das ganze Ding übrigens nochmal in die Waschmaschine gestopft und bei 60C° gewaschen um zu sehen ob es noch mehr verfilzt und weiter einläuft. Es ist aber nur die Füllung geschrumpft.
P.S.:
Man kann sich so auch gut einen Schreibtischstuhlbezug filzen.
